Artists in Residence

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Am 14. Juni fand der 16. GEO-Tag der Artenvielfalt in Ebern-Unterpreppach statt.
Rund 80 Experten für Flora und Fauna erforschten Tiere und Pflanzen auf dem 2002 stillgelegten Truppenübungsplatz im fränkischen Ebern. Sie dokumentierten dabei eine unglaubliche Naturvielfalt – rund 1.500 verschiedene Arten sammelten und bestimmten die Forscher. Und das binnen genau 24 Stunden in einem Untersuchungsgebiet von nicht einmal drei Quadratkilometern.

WANZ GROSSE ENTDECKUNGEN!
Ein ganz besonderer Coup gelang in diesem Jahr dem Wanzenforscher Markus Bräu aus München: Mit seinem Fund eines Exemplars der Silberperlen-Wanze (Jalla dumosa) ist ihm auf dem Truppenübungsplatz der Nachweis eines Tieres gelungen, das in Bayern seit Jahrzehnten als verschwunden galt. Auch Bräus Kollege Ringo Dietze aus Sachsen kam mit guten Nachrichten aus dem Gelände zurück. Die kürzlich hier nachgewiesene Essigrosen-Dickfühlerweichwanze, die in ganz Deutschland kein anderes bekanntes Habitat hat, konnte er nicht nur bestätigen - er konnte durch etliche Funde sogar belegen, dass das äußerst rare Tier in Ebern eine sehr gesunde Population aufgebaut hat.
Erfolgreich waren auch die Käferexperten - die mit rund 150 gefundenen Arten ein weiteres Zeichen für die Qualität des Untersuchungsgebiets setzten. Und um so erfreulicher, dass auch hier Exemplare von stark gefährdeten Spezies dabei waren. Der Traurige Sammetläufer etwa, ein Laufkäfer, der eine Luftblase um seinen Körper aufbauen kann, um darin vom Land ins Wasser zu laufen, wurde seit 35 Jahren in Bayern nicht mehr gefunden - bis Michael Fritze ihn jetzt auf dem Truppenübungsplatz in Ebern wieder entdeckte ist. Ein weiterer Käferfund bewegte die angereisten Experten ebenso: Der Kirschbaum-Prachtkäfer, eine stark gefährdete Art mit Eintrag auf der Roten Liste, ist offenbar in Ebern zu Hause.