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    Marina Reyes Franco „Vorsicht Stufe / Kopf weg“, ifa-Galerie, Berlin, 2017

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    Marina Reyes Franco „Vorsicht Stufe / Kopf weg“, ifa-Galerie, Berlin, 2017

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    Marina Reyes Franco „Vorsicht Stufe / Kopf weg“, ifa-Galerie, Berlin, 2017

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    Marina Reyes Franco „Vorsicht Stufe / Kopf weg“, ifa-Galerie, Berlin, 2017

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    Marina Reyes Franco „Vorsicht Stufe / Kopf weg“, ifa-Galerie, Berlin, 2017

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    Marina Reyes Franco „Vorsicht Stufe / Kopf weg“, ifa-Galerie, Berlin, 2017

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Marina Reyes Franco 2017

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Informationen
Ausstellung

Programm “Curators in Residence” der KfW Stiftung in Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)

Marina Reyes Franco (geboren 1984 in San Juan/Puerto Rico, wo sie lebt und arbeitet) ist eine Kunsthistorikerin und freie Kuratorin. Sie schloss ihren Bachelor in Kunstgeschichte an der University of Puerto Rico und ihren Master in argentinischer und lateinamerikanischer Kunstgeschichte an der Universidad Nacional de San Martin - Instituto de Altos Estudios Sociales (IDAES-UNSAM) ab. Sie ist Mitgründerin und ehemalige Direktorin des Museums für zeitgenössische Kunst La Ene, Nuevo Museu Energía de Arte Contemporáneo in Buenos Aires. 2017 kuratierte sie zusammen mit Klaus Biesenbach, Armig Santos and Tiffany Zabludowicz die vom MoMA PS1 unterstützte Performance "Procession Migration" des puerto-ricanischen Künstlers Papo Colo im Regenwald des El Yunque National Forest und war 2016 Co-Kuratorin der 2nd Grand Tropical Biennial in Puerto Rico. 2015 kuratierte sie das Projekt "A Summer in Puerta de Tierra", eine Ausstellung und einen Tagesausflug in der Nachbarschaft von Suan Juan, die auf die Politiken der Bevölkerungsverschiebungen und des Tourismus in der der Gegend reagierten. 2014 kuratierte sie im Museum of Contemporary Art in San Juan die Gruppenausstellung "Calibán“ mit Gegenwartskünstlern aus Puerto Rico, und zusammen mit Gala Berger, Sofía Dourron und Santiago Villanueva die Ausstellung "Sucursal" im Museum of Latin American Art in Buenos Aires.

Während ihrer dreimonatigen Residenz am ifa entwickelt Marina Reyes Franco eine Ausstellung im Rahmen des Forschungs- und Ausstellungsprogramms „Untie to Tie – Koloniale Hinterlassenschaften und zeitgenössische Gesellschaften“.

Ausstellung „Vorsicht Stufe / Kopf weg“
Kuratiert von Marina Reyes Franco

Mit Arbeiten von Irene de Andrés und Sofía Gallisá Muriente

ifa-Galerie Berlin
Linienstraße 139/140
10115 Berlin

Vorsicht Stufe / Kopf weg

Irene de Andrés und Sofía Gallisá Muriente zeigen Arbeiten, die zwischen 2015 und 2017 im engen Dialog entstanden. Sie setzen sich – ausgehend von Erfahrungen im karibischen Staat Puerto Rico – mit der Frage auseinander, wer die Vorstellung des Paradieses konstruiert und wer sie am meisten konsumiert. Die ehemalige spanische Kolonie Puerto Rico ist seit 1898 karibischer "Besitz" der Vereinigten Staaten. Einst ein Symbol des amerikanischen Fortschritts, hat Puerto Rico Jahrzehnte des sich verschärfenden wirtschaftlichen Niedergangs erlebt und Schulden in Höhe von 123 Milliarden US-Dollar angehäuft. Seit September 2016 überwacht ein von den USA bestelltes Finanzkontrollgremium die Durchsetzung strenger Sparmaßnahmen, während es zugleich für Steuerparadiesgesetze und die "Besucherökonomie" als Ausweg aus der Rezession eintritt. 

In diesem Kontext untersuchen Irene de Andrés und Sofía Gallisá Muriente die Frage, wie kulturelle Differenzen im Rahmen der neuen kolonialen Verhältnisse, die die Tourismusindustrie verkörpert, vermarktet werden. Die Künstlerinnen schaffen einen Remix aus Original- und Quellenmaterial, darunter Fotografien, Kurzdokumentationen, Propaganda- und Urlaubsvideos aus offiziellen und privaten Archiven sowie aus dem Internet. In Anlehnung an die zeitgenössische urbane Kultur arbeiteten sie für ihre Videos mit einem lokalen Musiker und einem DJ zusammen und erschufen so Soundlandschaften, die sich von den üblichen tropischen Narrativen unterscheiden. 

Beide Künstlerinnen werfen einen Blick auf die postmilitärische Landschaft aufgegebener Basen der US-Navy, Monumente, Werbekampagnen, die Industrialisierung in der Mitte des 20. Jahrhunderts und auf Hotelbauten. Entstanden ist diese Ausstellung aufgrund des gemeinsamen Interesses der Künstlerinnen an der Untersuchung und Infragestellung der visuellen Ökonomie des Tourismus und der Repräsentation der Karibik, wie sie für Touristen und Investoren konstruiert wird. Mit verschiedenen Strategien und Methodiken hinterfragen beide Künstlerinnen die Narrative, Bilder und Tropen, die in Archiven und anderer staatlicher Propaganda aufrechterhalten werden, um genau die Mechanismen dieser Perpetuierung kenntlich zu machen. Diese Arbeiten zielen darauf ab, sich vom Blick des Anderen zu befreien; diese Arbeiten sind sich bewusst, auf welche Weise sie betrachtet werden.