ANKOMMER. Perspektive Deutschland

Sigmar Gabriel überreicht hoch dotierte Preise des Stipendienprogramms von KfW Stiftung und Social Impact

• Erfolgreiches Stipendienprogramm fördert Startups und Initiativen, die geflüchtete Menschen in Ausbildung und Arbeit bringen.

• Auszeichnung von drei Leuchtturmprojekten mit insgesamt 60.000 Euro Startgeld durch KfW Stiftung und Social Impact

• Zusätzlicher Sonderpreis der Jury in Höhe von 10.000 Euro

IT-Fachkräftemangel begegnen, vergessene Handwerkstechniken wiederbeleben, Hochschulstrukturen virtuos nutzen, gemeinsames Wohnen neu denken: Sigmar Gabriel verlieh am 9. Juni Auszeichnungen an die besten Leuchtturmprojekte des Stipendienprogramms „ANKOMMER. Perspektive Deutschland“. Das Programm der KfW Stiftung und der Social Impact gGmbH unterstützt Startups und Initiativen dabei, geflüchtete Menschen in Ausbildung und Arbeit zu bringen.

In der KfW Niederlassung Berlin wurden drei Leuchtturmprojekte des Programms „ANKOMMER“ mit jeweils 20.000 Euro Startgeld ausgezeichnet. Ausgewählt wurden die Teams zuvor von einer Expertenjury. Schirmherr Sigmar Gabriel überreichte die Auszeichnungen persönlich an die Preisträgerinnen und Preisträger. Die Jury verlieh zudem einen Sonderpreis in Höhe von 10.000 Euro. Im Vorfeld der Preisverleihung diskutierten Expert/-innen, moderiert von Hatice Akyün, an den Schnittstellen von Migration und Arbeit darüber, wie die sozio-ökonomische Integration von Geflüchteten nachhaltig gelingen kann.

Die Gewinnerteams von je 20.000 Euro Startgeld:
• „CodeDoor“, ursprünglich aus Gießen, lehrt Geflüchteten in Frankfurt und Berlin das Programmieren – teils mit hochkarätigen Branchenexperten. Die Geflüchteten können so schon nach kurzer Zeit in einen Beruf mit großer Reputation vermittelt werden, in dem seit Jahren ein erheblicher Fachkräftemangel besteht.
• „Stitch by Stitch“ gründet in Frankfurt eine Schneiderwerkstatt mit geflüchteten Frauen als Näherinnen. Zeitnah und effizient können so kleine Serienproduktionen für deutsche Modelabel-Startups angefertigt werden. Durch die Verbindung von Handwerk und Design können wertvolle und traditionelle Techniken aus der jeweiligen Kultur in modernes Design miteingebracht werden. Damit werden gerade für geflüchtete Frauen Arbeitsmöglichkeiten und Chancen auf Selbständigkeit geschaffen.
• Die „Refugee Law Clinic“ bildet an der Universität Leipzig Student/-innen als Sprachvermittler/-innen und Rechtsberater/-innen für Arbeitsrecht von geflüchteten Menschen aus. Geflüchteten wird dadurch sowohl ein besserer Arbeitsmarktzugang ermöglicht, als auch Student/-innen wichtige Praxiserfahrung. Die Hochschullandschaft wird damit angeregt, ihr Angebot auf die aktuellen Bedarfe anzupassen.

Den Sonderpreis der Jury erhält das „Sharehaus Refugio“ für ein ganzheitliches Integrationsmodell in Berlin, das auf besondere Weise Wohnen, Arbeiten und Begegnung miteinander verbindet. Nicht nur in Gemeinschaft zu leben, sondern sich auch in die Gemeinschaft einbringen: Das ist die Botschaft, die sowohl von den dort lebenden deutschen Bewohner/-innen und den Geflüchteten als auch von der Nachbarschaft geteilt wird.

Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie: „Es wird noch dauern, bis die vielen Menschen, die im letzten Jahr nach Deutschland gekommen sind, bei uns eine neue Zukunft finden. Wir müssen ihnen vor allem Bildungs- und Beschäftigungsperspektiven bieten. Die ANKOMMER-Projekte zeigen insbesondere, wie Geflüchteten der Zugang zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt erleichtert werden kann. Ich danke den engagierten Teams dafür, dass sie gesellschaftliche Verantwortung und unternehmerisches Engagement in kreativen Projekten zusammenbringen. Genau das brauchen wir, wenn wir Flüchtlinge schnell auch eine berufliche Perspektive in unserem Land geben wollen.“

„Die Frage der ökonomischen Integration von geflüchteten Menschen wird tagespolitisch durchaus kontrovers diskutiert. Sozialunternehmerisch orientierte Gründer/-innen leisten in diesem Zusammenhang mit Kreativität, Innovationskraft und persönlicher Motivation einen starken Beitrag zur Zukunftssicherung in Deutschland. Mit dem Programm „ANKOMMER“ stellt die KfW Stiftung Lösungsmöglichkeiten mit Pilotcharakter vor, die skalierbar sind“, so Dr. Ulrich Schröder, Vorstandsvorsitzender der KfW Stiftung.

Gemeinsam mit dem Projektpartner Social Impact wurden aus rund 190 Startups und (sozial-)unternehmerischen Initiativen, die sich im letzten Sommer um einen Platz im Programm beworben hatten, 14 Projekte ausgewählt und in den vergangenen Monaten auf den Weg gebracht. Norbert Kunz, Geschäftsführer der Social Impact gGmbH: „In unseren Social Impact Labs haben die Teams neben einem Co-Working-Arbeitsplatz, Workshops und einem starken Netzwerk vor allem kompetente Beratung erhalten, um ihre soziale Geschäftsidee zu konkretisieren und durchzustarten. Anfangsschwierigkeiten, wie etwa rechtliche und bürokratische Hürden, konnten gemeinsam überwunden werden. Wir sorgen dafür, dass aus innovativen Ideen zur Flüchtlingsintegration funktionierende Geschäftsmodelle werden, die professionell und nachhaltig aufgestellt sind. Das macht den großen Mehrwert von ‚ANKOMMER. Perspektive Deutschland‘ aus.“

„ANKOMMER. Perspektive Deutschland“ wird ab November 2016 fortgesetzt. Bewerbungen sind voraussichtlich ab August möglich.
Mehr Informationen zum Programm auf www.ankommer.eu

Über die KfW Stiftung
Die KfW Stiftung setzt sich mit der Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen auseinander. Dazu zählen der Schutz von Umwelt und Klima, der demografische Wandel sowie die Globalisierung. Unter dem Leitmotiv „Verantwortung übernehmen – Vielfalt gestalten“ entwickelt sie eigene Projekte zu diesen Kernthemen. Dabei fördert sie Initiativen, die bestehende Muster hinterfragen, entwickelt Konzepte für alternatives Handeln und bietet Plattformen für grenzüberschreitenden Austausch. Der Stiftungszweck umfasst die Themenfelder Verantwortliches Unternehmertum, Soziales Engagement, Umwelt und Klima sowie Kunst und Kultur.
Mehr Informationen auf www.kfw-stiftung.de

Über die Social Impact gGmbH
Die Social Impact gGmbH mit Sitz in Potsdam wurde 1994 gegründet. Social Impact ist die Agentur für soziale Innovationen und Experte für Gründungsberatung mit Fokus auf Programme für Social Startups sowie Angebote für weitere Zielgruppen. Die Gründungsprogramme werden in Social Impact Labs angeboten, an derzeit sechs Standorten (Berlin, Hamburg, Frankfurt, Leipzig, Duisburg, Potsdam). Social Impact mit seinen rund 50 Mitarbeiter/-innen wird durch bekannte Unternehmen und Stiftungen gefördert.
Mehr Informationen auf www.socialimpact.eu

Ausführliche Informationen zum Projekt und den digitalen Pressebereich mit Bildmaterial von der Veranstaltung (ab 19:30 Uhr) finden Sie auf www.ankommer.eu/presse

Gerne vermitteln wir Ihnen auch noch nach der Preisverleihung Interviews mit den Preisträger/-innen, anderen Stipendiat/-innen oder den Initiatoren des Programms.

Für Rückfragen:

KfW Stiftung
Dr. Martina Köchling
Programmdirektorin
Verantwortliches Unternehmertum & Soziales Engagement

Telefon: +49 (0)69 - 7431 3149
Mobil: +49 (0) 173 37 55 668
E-Mail: martina.koechling(at)kfw-stiftung(dot)de

Social Impact gGmbH
Felicitas Nadwornicek
Kommunikationsmanagerin

Tel: +49 (0) 30 - 610 738 36
Mobil: +49 (0)176 - 16113490
E-Mail: nadwornicek(at)socialimpact(dot)eu