Frauen sind Schlüssel zu erfolgreicher Integration

• 20 Jahre Erfahrung aus „Mädchenbüro“ und 1 Jahr Erfahrung mit „Flüchtlingscafé Milena“ sind Basis für die Gründung des neuen „Fusionshauses MädchenbüroMilena e.V.“

• KfW Stiftung schiebt Neugründung durch Förderung zweier Pilotprojekte zur ökonomischen Integration an

Vor 20 Jahren wurde das Mädchenbüro im Frankfurter Stadtteil Bockenheim als geschützter Raum für Mädchen mit Migrationshintergrund eingerichtet - ein für die damalige Sozialpädagogik eher ungewöhnliches und durchaus mutiges Projekt. Dieser spezifische Ansatz des geschützten Raumes wurde in der Fachwelt lange kritisch beäugt. Doch der Erfolg gibt Recht.

Mittlerweile hat das Prinzip „Empowerment von Frauen für Frauen“ an sozial- und gesellschaftspolitischer Bedeutung gewonnen. Das Mädchenbüro, vom Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt sowie der KfW Stiftung und der Linsenhoff-Stiftung gefördert, ist heute fester Bestandteil des integrativen Sozialgefüges der Region. Vielfältige Bildungsangebote ebnen Mädchen den Weg in ein integriertes, selbstbestimmtes Leben. Das Mädchenbüro ist bereits mit dem Frankfurter Integrationspreis und dem Hessischen Ehrenamtspreis ausgezeichnet worden.

Auch das angeschlossene Flüchtlingscafé Milena, realisiert mit Unterstützung der KfW Stiftung und der Linsenhoff-Stiftung, feiert Jubiläum. Seit einem Jahr trifft das bundesweit seltene Angebot für geflüchtete Frauen den Bedarf exakt und überbrückt etwa Wartezeiten auf einen Integrationskurs mit niedrigschwelligen Einstiegsangeboten. Seit der großen Flüchtlingswelle ist das Flüchtlingscafé Milena außerdem stark nachgefragter Lernort für Alphabetisierungs- und Deutschkurse mit Kinderbetreuung. Um auf die große Nachfrage besser reagieren zu können, fördert die Linsenhoff-Stiftung das Projekt nun zusätzlich mit einer weiteren Lehrkraft über die nächsten zwei Jahre.

Der Rückblick auf 20 Jahre Mädchenbüro und ein Jahr Flüchtlingscafé Milena ist kein Selbstzweck. Seine Evaluierung dient dem Trägerverein „MädchenbüroMilena e.V.“ als erneute Standortbestimmung und der Justierung des Integrationsangebots vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen. Als Resultat reagiert der Verein jetzt, unterstützt von der KfW Stiftung, mit neuen Angeboten zur ökonomischen Integration. Zukünftig nimmt das Mädchenbüro die gezielte Vermittlung von Praktikumsstellen in sein Portfolio auf. Das Flüchtlingscafé Milena plant, Frauen zusätzlich den Weg in die Ausbildung zu Tagesmüttern zu eröffnen.

„Damit nicht genug“, so Maneesorn Koldehofe aus dem Leitungsteam des Mädchenbüros. „Um noch mehr sozialen Impact erzeugen zu können, möchten wir die Angebote beider Institutionen künftig unter einem Dach bündeln. Für das neue „Fusionshaus MädchenbüroMilena e.V.“ suchen wir derzeit Investoren. Unter Berücksichtigung ganzheitlicher Lebensrealitäten werden wir integrative Bildungsangebote für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund anbieten und diese verstärkt auch für Kinder und die ganze Familie öffnen. Nachhaltigkeit, Empowerment und Partizipation stehen dabei klar im Vordergrund.“

„Generationen von in Frankfurt lebenden Migrantinnen und Frauen, die hier geboren sind, mit den neu ankommenden Frauen zusammen zu bringen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen, ist das, was wir können und auch in Zukunft machen wollen. Denn wir wissen: Frauen sind der Schlüssel zu erfolgreicher Integration“, so Oksana Frei aus dem Leitungsteam des Mädchenbüros.

Dieser Meinung ist auch Sylvia Weber, Integrationsdezernentin der Stadt Frankfurt: „Auch nach 20 + 1 Jahren sind das Mädchenbüro und das Flüchtlingscafé Milena sozial innovative Einrichtungen. Konzepten von Frauen für Frauen, die auf Emanzipation und Empowerment setzen, gehört die Zukunft. Über die Zielgruppe der Frauen erreichen wir die Familien und können erfolgreiche Bildungswege anregen und ebnen. Das ist die beste Grundlage für eine gelingende Integration“, so die Stadträtin, die das Entstehen des Fusionshauses unterstützt.

Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW Stiftung: „Frauen auf dem Weg in ein eigenständiges Leben zu begleiten, ist eine unserer Stiftungsaufgaben. Auch mir persönlich ist es ein besonderes Anliegen, den Verein MädchenbüroMilena bei den neuen Projekten zur ökonomischen Integration zu unterstützen. Damit legen wir den Grundstein für eine gelungene Integration junger Frauen.“

Ann Kathrin Linsenhoff, Stifterin und Vorstandsvorsitzende der Linsenhoff-Stiftung: „Wir stellen jetzt die Weichen für unsere Gesellschaft von morgen. Und diese müssen auf Bildung und Integration stehen. Nach wie vor geraten Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund dabei leicht ins Abseits. Sie zu fördern, bedeutet das gesellschaftliche Gemeinwohl zu fördern.“

Carmen Junge, 1. Vorsitzende des MädchenbüroMilena e.V.: „Als 1. Vorsitzende dieses dynamischen Vereins, mit seinen vielen Ideen und kreativen Lösungsvorschlägen für eine gelungene Integration, setze ich mich gerne ein. Insbesondere, weil ich die Erfolge hautnah sehe und kennen gelernt habe. Umso mehr möchte ich mich für die Realisierung des Fusionshauses MädchenbüroMilena einsetzen, das einen wichtigen Beitrag leisten kann, den sozialen Frieden in unserer Stadt zu erhalten.“

 

Über das Mädchenbüro
Das Mädchenbüro ist eine interkulturelle Einrichtung für Mädchen ab 10 Jahren. Es fördert Chancengleichheit und hilft benachteiligten Mädchen, den bestmöglichen Schulabschluss zu erlangen. Rund 40 Mädchen aus ganz Frankfurt treffen sich montags bis freitags nach der Schule im Mädchenbüro, wo sie in ihren Möglichkeiten und Interessen bestärkt und gefördert werden, täglich ein warmes Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Unterstützung bei Bewerbungen und Berufswahl erhalten. Auch Kursangebote und Freizeitaktivitäten gehören zum Angebot der Einrichtung. Zum Aufbau des Flüchtlingscafés Milena gründete das Mädchenbüro den eigenen Verein MädchenbüroMilena e.V., der aus ehemaligen Teilnehmerinnen des Mädchenbüros besteht.
Mehr Informationen auf www.maedchenbuero.de

Über den MädchenbüroMilena e.V.
Der Verein verfolgt das Ziel, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen zu bringen und nachhaltige Integrationsmodelle umzusetzen. Operativ wird das Flüchtlingscafé Milena betrieben, ein geschützter Raum für weibliche Flüchtlinge, mit Sprachkursen und Kinderbetreuung. Weitere Integrationsprojekte sind in Planung.
Mehr Informationen auf www.fluechtlingscafemilena.de

Über die KfW Stiftung
Die KfW Stiftung setzt sich mit der Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen auseinander. Dazu zählen der Schutz von Umwelt und Klima, der demografische Wandel sowie die Globalisierung. Unter dem Leitmotiv „Verantwortung übernehmen – Vielfalt gestalten“ entwickelt sie eigene Projekte zu diesen Kernthemen. Dabei fördert sie Initiativen, die bestehende Muster hinterfragen, entwickelt Konzepte für alternatives Handeln und bietet Plattformen für grenzüberschreitenden Austausch. Der Stiftungszweck umfasst die Themenfelder Verantwortliches Unternehmertum, Soziales Engagement, Umwelt und Klima sowie Kunst und Kultur.
Mehr Informationen auf www.kfw-stiftung.de

Über die Linsenhoff-Stiftung
Die Linsenhoff-Stiftung fördert Bildung und Integration vor allem von Kindern mit Migrationshintergrund und aus sozial benachteiligten Familien. Dieses Engagement setzt sich bei Jugendlichen fort und fokussiert sich im Erwachsenenalter auf Frauen und Mütter, die entsprechende Hilfe benötigen. Der Stiftungszweck hat zum Ziel, den Menschen Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben mit aktiver Teilhabe an unserer Gesellschaft zu geben. Mit den geförderten Projekten und dem persönlichen Engagement der Stifterin Ann Kathrin Linsenhoff wird so das Motto der Stiftung mit Leben gefüllt: Bildung - Integration - Zukunft!

Mehr Informationen auf www.linsenhoff-stiftung.de