KfW Stiftung verleiht den mit 50.000 EUR dotierten KfW-Bernhard-Grzimek-Preis

  • Leiterin des UNESCO-Welterbe-Meeresprogramms überreicht Auszeichnung

  • Renommierte Vertreter/-innen aus Wissenschaft, Umweltschutz und Wirtschaft erörtern in einer Podiumsdiskussion am Abend das Thema „The invisible crisis – Unser Plastikmüll in den Weltmeeren“

  • Am Nachmittag diskutieren Frankfurter Schüler/-innen von sechs MINT-Gymnasien mit dem Preisträger und Forschern der Goethe-Universität Frankfurt

     

    Die KfW Stiftung verleiht am heutigen 3. Mai 2017 zum dritten Mal den mit 50.000 EUR dotierten KfW-Bernhard-Grzimek-Preis für Biodiversität. Diesjähriger Preisträger ist der Geschäftsführer des iSimangaliso Wetland Parks, Andrew Zaloumis, dessen zukunfts­weisender Einsatz für eine der ärmsten Regionen Südafrikas den Tier- und Naturschutz auf vorbildliche Weise mit regionaler Ent­wicklung verbindet.

     

    Eingebettet ist die Verleihung des KfW-Bernhard-Grzimek-Preises in diesem Jahr erstmals in zwei diskursive Formate, die dem inhaltlichen Anliegen des Preises Nachdruck verleihen:

    Um insbesondere die junge Zielgruppe für die Notwendigkeit von Umweltschutz und Artenerhalt zu sensibilisieren, lädt die KfW Stiftung Schüler/-innen von sechs Frankfurter MINT-Gymnasien bereits am Nachmittag der Preisverleihung zu einer Begegnung mit dem Preisträger ein. In einem Workshop ab 15 Uhr diskutieren interessierte Jugendliche mit Andrew Zaloumis sowie Forschern der Goethe-Universität Frankfurt über die Zusammenhänge von westlichen Lebensgewohnheiten, globalen Umweltfolgen und regionalem Naturschutz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Umgang mit Kunststoffen und deren schädlicher Auswirkung auf die Weltmeere.

    Diesem Thema widmet sich auch die Podiumsdiskussion mit der anschließend um 18 Uhr der Festakt eröffnet wird: Preisträger Zaloumis, der in iSimangaliso für einen Küstenabschnitt von mehr als

    200 km Länge verantwortlich ist, diskutiert mit Lucienne Damm, Umweltmanagerin des Kreuzfahrtanbieters TUI Cruises, Frank Schweikert, Gründer der deutschen Meeresstiftung und Vorstandsmitglied des Bundesverbands Meeresmüll sowie Jo Ruxton, Produzentin des Dokumentarfilms „A Plastic Ocean“ unter dem Titel „The invisible crisis – Unser Plastikmüll in den Weltmeeren“ über globale Verantwortung und regionale Auswirkungen.

    Direkt im Anschluss daran findet die feierliche Verleihung des Preises an Herrn Zaloumis statt. Die Laudatio spricht Fanny Douvere, Leiterin des UNESCO-Welterbe-Meeresprogramms in Paris. Moderiert werden Schülerworkshop und Abendveranstaltung von Bärbel Schäfer.

    „Im 30. Todesjahr Bernhard Grzimeks freuen wir uns besonders, mit Andrew Zaloumis einen Preisträger auszuzeichnen, dessen persönliches Engagement für eine der artenreichsten und zugleich am stärksten bedrohten Regionen Afrikas ganz im Geiste des Namensgebers des Biodiversitätspreises der KfW Stiftung steht. Zugleich ist Andrew Zaloumis Konzept der Renaturierung und nachhaltigen Bewirtschaftung hoch­modern und zukunftsweisend für viele ähnliche Gebiete“, betont Dr. Lutz-Christian Funke, Vorstand der KfW Stiftung.  

    Unter Zaloumis Leitung wurde der Nationalpark iSimangaliso durch die UNESCO zu Südafrikas erstem Weltnaturerbe erklärt. Auch ökonomisch brachte seine Führung seit 2002 – unter anderem durch die Etablierung eines umsichtigen Ökotourismus, erfolgreiche Renaturierungsprogramme und Konzepte zur strukturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Region – für iSimanagliso und seine rund 650.000 Einwohner/-innen eine regelrechte Kehrtwende: In der einst zweitärmsten Region Südafrikas mit einer Armutsrate von über 80% hat sein innovatives Programm mehr als 12.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, zahlreiche Förderstipendien und Weiterbildungen initiiert und trägt inzwischen mit 6,8% zum Bruttoinlandsprodukt der Provinz KwaZulu-Natal bei.

    iSimangaliso ist einer der acht wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots welt­weit. Das Gebiet umfasst fünf primäre Ökosysteme, beherbergt 467 bedrohte und gefährdete Arten und elf Arten, die ausschließlich hier vorkommen. „Um Plätze wie iSimangaliso zu erhalten, müssen wir Konzepte jenseits industrieller Ausbeutung und wirtschaftlicher Kosten-Nutzen-Rechnungen entwickeln. Bildung, wirtschaftliche Selbstständigkeit und die Sensibilisierung für den Wert der Natur sind die Grundsteine, auf denen eine neue Generation von Fürsprecherinnen und Fürsprechern für diesen einmaligen Ort heranwachsen kann“, fasst Andrew Zaloumis, KfW-Preisträger und Geschäftsführer des iSimangaliso Wetland Parks, seine Überzeugung zusammen.

Der KfW-Bernhard-Grzimek-Preis

Der Schutz von Klima und Umwelt ist eines der vier Tätigkeitsfelder der KfW Stiftung. Mit ihren Projekten möchte die Stiftung das Thema Biodiversität, das zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zählt, in das öffentliche Bewusstsein rücken und auf die Notwendigkeit des Artenschutzes hinweisen. Der international renommierte KfW-Bernhard-Grzimek-Preis wird alle zwei Jahre an herausragende Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich mit ihrer Kreativität und Innovationskraft in besonderer Weise für die Erhaltung der Artenvielfalt einsetzen. Die KfW Stiftung würdigt hiermit gleichzeitig das Lebenswerk des Frankfurter Zoodirektors und Naturschützers Prof. Bernhard Grzimek, der sich weit über die Grenzen Deutschlands hinaus um die Naturschätze der Erde verdient gemacht hat.

Erstmals wurde der Preis 2013 an die Frankfurter Zoologische Gesellschaft verliehen. Die Preisträger des zweiten KfW-Bernhard-Grzimek-Preises 2015 waren Emmanuel de Merode und Pavan Sukhdev.

Über Ihre Berichterstattung und Ihr Kommen, nach Möglichkeit mit vorheriger Anmeldung über info(at)kfw-stiftung(dot)de freuen wir uns!

Gerne vermitteln wir Ihnen vor Ort direkt im Anschluss an die Preisverleihung Interviews und Fototermine mit den Akteur/-innen.

Pressefotos der Preisverleihung und des Schüler-Workshops stehen ab heute Abend, ca. 21:00 Uhr auf www.kfw-stiftung.de/presse/

zum Download zur Verfügung.
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