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    Andrés Pereira Paz, "Radio Carabuco", Ausstellung vom 16.7. bis 4.8. 2019 in der "Villa 102" in Frankfurt am Main

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    Andrés Pereira Paz, "Radio Carabuco", Ausstellung vom 16.7. bis 4.8. 2019 in der "Villa 102" in Frankfurt am Main

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    Andrés Pereira Paz, "Radio Carabuco", Ausstellung vom 16.7. bis 4.8. 2019 in der "Villa 102" in Frankfurt am Main

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    Andrés Pereira Paz, "Radio Carabuco", Ausstellung vom 16.7. bis 4.8. 2019 in der "Villa 102" in Frankfurt am Main

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    Andrés Pereira Paz, "Radio Carabuco", Ausstellung vom 16.7. bis 4.8. 2019 in der "Villa 102" in Frankfurt am Main

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    Salón Santa Cruz in der Kiosko Gallery. Santa Cruz de la Sierra, 2018

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    Rayo Purita in der Crisis Gallery. Lima, 2018

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    Blue Eyes in The Ryder Projects. London, 2018

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    Platonic Display in Gasworks. London, 2017

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    Roomate in der Kiosko Gallery. Santa Cruz de la Sierra, 2016

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Andrés Pereira Paz 2018/19

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Über Andrés
Ausstellung
Katalog

In seiner künstlerischen Praxis geht Andrés Pereira Paz (1986 in La Paz, Bolivien geboren) der Frage nach, wie regionale Identitäten aus globaler Perspektive konstruiert und verändert werden. Er beschäftigt sich insbesondere mit dem Einfluss westlicher Machtstrukturen auf die Herausbildung einer kollektiven Identität der Bewohner des Kulturraums der Anden seit dem 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In vielen seiner künstlerischen Arbeiten verwendet er traditionelle Textilien, in deren Strukturen die vielfältigen Kulturen dieser Region geradezu hineingewebt zu sein scheinen. Er bearbeitet die Stoffe, indem er sie mit Gebrauchsgegenständen versieht und sie so verfremdet und dekontextualisiert. Diese Gegenüberstellung von diversen Materialien sowie die Aneignung verschiedener kulturell konnotierter Formen und Muster wendet der Künstler auch in seinen analogen und digitalen Collagen an.

Andrés Pereira Paz lebt und arbeitet in Lima und La Paz. Er hat Bildende Kunst und Kulturwissenschaften an der Hernando Siles Arts Academy in La Paz und der Tres de Febrero University in Buenos Aires studiert. Er war mit seinen künstlerischen Arbeiten bereits in zahlreichen regionalen und internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten und beteiligte sich an Stipendien- und Residenzprogrammen in Bolivien, England, Chile, Argentinien und Peru.

Ausstellung "Elia Nurvista und Andrés Pereira Paz"

16. Juli bis 4. August 2019

Öffnungszeiten: DI 12-20 Uhr, MI bis SO 12-18 Uhr, MO geschlossen (Eintritt frei)
Villa 102, Bockenheimer Landstraße 102, Frankfurt am Main

Elia Nurvista und Andrés Pereira Paz sind von 2018 bis 2019 Stipendiat*innen der KfW Stiftung im Künstlerhaus Bethanien in Berlin. Der jeweils einjährige Aufenthalt überschnitt sich dabei für den Zeitraum von sechs Monaten und ermöglichte die Begegnung zweier Künstler*innen, die sich jeweils auf ganz unterschiedliche Weise mit den Zuschreibungen von Fremdsein und Andersartigkeit befassen. Im Rahmen von kollaborativen Projekten und Community-basierter Kunstpraxis rücken beide den konstruierten Charakter solcher Bewertungen in den Fokus und befragen ihn hinsichtlich kultureller, politischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge. Mit Blick auf ihre Heimatkontexte schließen Nurvista und Pereira Paz sich dabei dem gesellschaftlichen Anliegen an, koloniale Vergangenheiten aufzuarbeiten und nach alternativen Erzählungen der globalisierten Weltgeschichte zu fragen.

 

Andrés Pereira Paz: "Radio Carabuco"

24. Mai bis 16. Juni 2019 (Eintritt frei), Eröffnung: 23. Mai 2019, 19 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag, 14-19 Uhr
Künstlerhaus Bethanien, Kottbusser Strasse 10, 10999 Berlin

Das Ausstellungsprojekt Radio Carabuco im Künstlerhaus Bethanien entfaltet sich ausgehend von dem von Andrés Pereira Paz kreierten Podcast-Sender gleichen Namens. Ausgangspunkt sind die kritischen Reflexionen des bolivianischen Künstlers über das Gemälde einer Höllenvision des Malers José López de los Ríos, das im Auftrag der katholischen Kirche 1664 während der Kolonialzeit in der Anden-Gemeinde Carabuco entstand und heute noch in der dortigen Kirche zu sehen ist. Da europäische Gravuren in der Kolonialzeit weit verbreitet waren, gleichen die synkretischen Darstellungen von "Ruhm", "Fegefeuer" und "Hölle" teils den Gravuren des französischen Künstlers Philippe Thomassin aus dem frühen 17. Jahrhundert und zeigen den damaligen Austausch von Bildmotiven auf.

Wie in vielen anderen Gemälden der Zeit wurde das christliche Motiv zum Zweck der 'Heidenbekehrung' durch die spanische Kolonialmacht und als Propaganda für die Heilsbotschaft des Katholizismus nach Lateinamerika überführt. Vor diesem Hintergrund stellt Pereira Paz in einer Reihe von Podcast-Beiträgen die Frage nach den Formen und Auswirkungen religiöser und kultureller Kolonialisierung und untersucht verschiedene politische wie gesellschaftliche Perspektiven, insbesondere mit Blick auf seine Heimat Bolivien. Zentral ist dabei der Aspekt der Verteufelung und Unterdrückung alles 'Andersartigen'.

Pereira Paz hat den Ausstellungsraum als Setting für das Hören konzipiert und gemeinsam mit internationalen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen spezielle thematische Audioarbeiten und Podcasts produziert (Gabriel Acevedo Velarde, Ana Alenso, David Aruquipa Perez, Stanislaw Czaplicki, Elia Nurvista, Liv Schulman); entstanden sind Beiträge über das Erstarken rechtsextremer Parteien in Europa, LGBTQIA+ Performances in bolivianischer Folklore, evangelikale Christen in Südamerika, Extraktivismus u.a.

Auf diese Weise stellt der Künstler die Frage, ob die Konstruktion der westlich tradierten Vorstellung von „Hölle“ als symbolischer Ort des aktiven Widerstands gegen Propaganda, Zensur und Diskriminierung fungieren kann, den es bestmöglich zu verteidigen gilt – ruft doch die Erde und das Unterirdische in der traditionellen bolivianischen Kultur eben nicht Verderben oder Unheil auf; Pachamama bedeutet vielmehr die große Mutter Erde und ewiger Quell des Lebens.

Die Audio-Installation im Künstlerhaus Bethanien wird ergänzt durch eine Auswahl von Bildern aus dem Archiv "David Aruquipa Perez and Comunidad Diversidad" sowie eine objektbasierte Installation des Künstlers.

Podcasts und Audioarbeiten sind ab dem 24. Mai online verfügbar: www.radiocarabuco.com

Andrés Pereira Paz wurde 1986 in La Paz, Bolivien geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin. Seine künstlerische Ausbildung absolvierte er an der Academia Nacional de Bellas Artes Hernando Siles in La Paz sowie an der Universidad Nacional de Tres de Febrero und am Centro de Investigaciones Artísticas (CIA) in Buenos Aires, Brasilien. Zudem arbeitete er im Atelier namhafter Künstler wie Roberto Valcárcel und Diana Aisenberg.

Derzeit ist er als Stipendiatin der KfW Stiftung im Rahmen des Internationalen Atelierprogramms im Künstlerhaus Bethanien zu Gast. | www.andrespereirapaz.com

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (englisch).