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    Burial/Erasing Erasure, video installation, 4 mins 30 sec, 2017 installation at Albany History Museum, 2017, photo: Gladys Kalichini

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    Burial/Erasing Erasure, video installation, 4 mins 30 sec, 2017 installation at Albany History Museum, 2017, photo: Gladys Kalichini

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Gladys Kalichini 2019/20

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Über Gladys
Ausstellung
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Artist Talk

Gladys Kalichinis Arbeit erforscht die die Darstellung der Frau in Relation zu den nationalen, normativ gesetzten Lesarten kolonialer Vergangenheiten. In ihrem aktuellen Projekt konzentriert sie sich auf Vorstellungen bezüglich der (Un)sichtbarkeit von sechs Frauen in der offiziellen Geschichte der Unabhängigkeit von Sambia und Simbabwe (früher als Nordrhodesien und Südrhodesien bekannt). In ihrem früheren Projekt, ChaMoneka: Uncasting Shadows / FyaMoneka: Exploring the Erasure of Women Within Zambian history, untersuchte sie die Auslöschung von Frauen aus der Geschichtsschreibung Sambias und aus dem kollektiven Gedächtnis.

Als Ausgangspunkt für die Thematik um Frauen, die in der Darstellung bestimmter historischer Ereignisse marginalisiert wurden, analysiert sie Narrative über Julia Chikamoneka (1910 – 1986) und Alice Lenshina (1920 – 1978) und vergleicht diese mit der offiziellen Erzählung des Unabhängigkeitskampfes in Sambia, wie sie im dortigen Nationalarchiv und den Archiven der United National Independence Day Party (UNIP) aufgezeichnet ist.

Sie konzipiert Auslöschung als einen komplexen Begriff, der (Fehl-)Repräsentationen, (fehlerhafte) Positionierungen, Distanz, Abwesenheit und blinde Sichtweisen mit sich bringt.

Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien, Berlin: 19. Juni - 12.Juli 2020.

“.... elo taba labikwa... bala moneka... kutila fye bamoneke.
... there seems to be an insistence to make some people, things and events unseen, to render them invisible... essentially to archive a peculiar kind of erasure. But they are here, their presence... traces of their memories linger in spaces ... in these gestures... yes, their residuals are protesting to disappear.” (Gladys Kalichini, 2020)

“Memory takes root in the concrete, in spaces, gestures, images, and objects... memory can also be selective; insofar as it is affective and magical, it sometimes accommodates only those facts that suit it.”
(Pierre Nora: From Between Memory and History: Les Lieux de Mémoire, 1989)

In der Ausstellung ... these gestures of memory konzentriert sich Gladys Kalichini auf die Dualität von Erinnerung und Geschichte und thematisiert Konzepte von Trauer, Erinnerung und Vergessen im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Geschichten einzelner Frauen innerhalb des größeren Zusammenhangs der Widerstandsnarrative gegen die Kolonialherrschaft in Sambia und Simbabwe (damals Nord- und Südrhodesien) in den 1960er und 1980er Jahren. Ausgangspunkt dieses Ausstellungsprojekts ist die kritische Auseinandersetzung der Künstlerin mit der Auslöschung, Abwesenheit und Unsichtbarkeit bestimmter weiblicher Freiheitskämpferinnen im kollektiven Gedächtnis Sambias und Simbabwes. Die Ausstellung hinterfragt die Singularität der dominanten Befreiungsnarrative, differenziert und erweitert die Geschichten der Freiheitskämpfe, indem sie verschiedene Erinnerungen an Frauen zusammenfügt, und fragt nach einem vielschichtigen und komplexen Bild nationaler Unabhängigkeit.

Die drei Multimedia-Installationen in der Ausstellung stützen sich weitgehend auf Forschungsmaterial und Archivfotografien von Frauen in den Unabhängigkeitskämpfen, die aus den Nationalarchiven von Sambia und der United National Independence Party (UNIP) in Lusaka sowie aus dem Nationalarchiv von Simbabwe und der (ZANU - PF) in Harare stammen. Unter den Frauen sind Julia Chikamoneka, Elizabeth Mulenje (Senior Chieftainess Nkomeshya Mukamambo II), Bessie Chibesakunda Kankasa, Alice Lenshina, Amai Misozi, Nehanda Charwe Nyakasikana und Joice „Teurai Ropa“ Mujuru. Die aufwendig gestalteten Installationen werden mit Video, Stoffen, Papier, Text und Farbe geschaffen, um Räume und Gesten der Erinnerung zu präsentieren. Die Installationen können einerseits als ein Ort zur Ehrung weiblicher Freiheitskämpferinnen und andererseits als Gegenmonumente betrachtet werden, die die Komplexität, Fluidität und manchmal auch Zerbrechlichkeit von Erinnerung darstellen.

Gladys Kalichini ist zeitgenössische bildende Künstlerin und Wissenschaftlerin aus Lusaka, Sambia. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Begriffe wie Auslöschung, Erinnerung sowie Darstellungen und Sichtbarkeiten von Frauen in der Geschichte des kolonialen Widerstands. Derzeit ist sie Doktorandin an der Rhodes-Universität in Südafrika und Mitglied des Forschungsprogramms Arts of Africa und Global Souths, das von der Andrew W. Mellon-Stiftung und NRF unterstützt wird. Im Jahr 2015 beteiligte sie sich am Àsìkò International Art Programme (Centre for Contemporary Art (CCA) Lagos) in Maputo, Mosambik, im Jahr 2017, an der Fountainhead Residency in Miami, USA und 2018 an der zweiten Ausgabe des Projekts „Women On Aeroplanes“ in Lagos, Nigeria, unter dem Motto „Search Research“: Auf der Suche nach Collete Omogbai“.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in englischer Sprache.

ARTIST TALK zwischen Gladys Kalichini, Martha Kazungu und Igor Vidor am Freitag den 17. Juli um 18 Uhr online auf ZOOM.

Link zum ZOOM-Meeting:

https://zoom.us/j/92477717812?pwd=Q0NwMkM4aklVWDNvblc0YWtGc0ZnUT09

Meeting-ID: 924 7771 7812

Passwort: 500590