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    "Station Point" von Saba Innab in der ifa-Galerie Berlin, kuratiert von Omar Berrada

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    "Station Point" von Saba Innab in der ifa-Galerie Berlin, kuratiert von Omar Berrada

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    "Station Point" von Saba Innab in der ifa-Galerie Berlin, kuratiert von Omar Berrada

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    "Station Point" von Saba Innab in der ifa-Galerie Berlin, kuratiert von Omar Berrada

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    Omar Berrada

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Omar Berrada 2019

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Informationen
Ausstellung

Das Programm “Curators in Residence” der KfW Stiftung wird in Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) durchgeführt. 

Omar Berrada ist Schriftsteller und Kurator. Er ist Direktor des Dar al-Ma'mûn, einer Bibliothek und Künstlerresidenz in Marrakesch. Davor organisierte er öffentliche Programme am Centre Pompidou, moderierte Sendungen im französischen Radio und leitete den internationalen Buchsalon in Tanger. Kürzlich hat er The Africans herausgegeben, ein Buch über Migration und Rassismus in Marokko, und Ausstellungen kuratiert, die sich mit dem Werk und Archiv des Schriftstellers und Filmemachers Ahmed Bouanani befassen. Derzeit bearbeitet er Bouananis Geschichte des marokkanischen Kinos für die posthume Herausgabe. Omar war Gastkurator des Abraaj Group Art Prize 2017 und des Forum 1:54 2018 in Marrakesch und New York sowie Mitherausgeber des Web-Journals tamawuj.org der Sharjah Biennale. Er lebt derzeit in New York und unterrichtet an der Cooper Union, wo er die IDS Lecture Series mitorganisiert.

Während seiner dreimonatigen Residenz in Berlin entwickelt Omar Berrada eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit Saba Innab. 

Station Point - Mit den Augen vermessen

Künstlerin: Saba Innab

Kurator: Omar Berrada - KfW Stiftung "Curator in Residence"

ifa-Galerie | Berlin | 30.08.2019 – 01.12.2019

 

Während seiner dreimonatigen Residenz in Berlin entwickelt Omar Berrada eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit Saba Innab.

Saba Innab ist eine jordanisch-palästinensische Künstlerin, deren Arbeit auf ihrer Ausbildung und laufenden Praxis als Architektin aufbaut. Ihre persönlichen Erfahrungen mit Diaspora sowie ihre Mitwirkung als junge Architektin am Wiederaufbau des Flüchtlingslagers Nahr al-Bared im Libanon durch die UN prägen ihre Arbeit. In Form von Zeichnungen, Architekturmodellen und Texten setzt sie sich ganz konkret mit der Architektur von Flüchtlingslagern auseinander; daran schließen sich philosophische und politische Fragen an über Raum, Zeit, Macht und Überleben: Wie kann man ohne Land bauen? Was bedeutet es, sich in einem vorübergehenden Zustand, in einer Zwischenzeit zu befinden? Und was passiert, wenn eine solche, ursprünglich zeitlich begrenzte und absehbare Situation zu einem dauerhaften Zustand wird?

Saba Innab weist als Architektin darauf hin, dass Architektur sich mit der Macht und deren Strukturen verbindet. In der künstlerischen Praxis kann sie dieses System kritisieren und einen Ansatzpunkt finden, um die Spannung zwischen Bauen und Wohnen, zwischen Architektur und gelebter Raumerfahrung zu untersuchen. Ihre formale und theoretische Forschung geht von einem Prozess des Sammelns aus: Saba Innab sammelt unterschiedliche Muster des „Wohnens auf Zeit“, architektonische Archetypen, Bauweisen und Kenntnisse, die geografisch und territorial ein bestimmtes Gebiet umfassen oder abstecken.

Das aktuelle Ausstellungsprojekt ist eine Erweiterung der bisherigen Forschung von Saba Innab: Untersucht wird, wie unser Verständnis von temporärem Wohnen heute immer komplizierter wird, sobald es mit Prozessen der Modernisierung und Moderne in den Gastländern konfrontiert wird. Der historische Moment der europäischen Moderne zum Beispiel, in dem der Begriff des Nationalstaates aufkam, war auch im arabischen Raum geprägt von Flucht, Zuflucht und Exil: So schreiben sich koloniale Strukturen auch in den Raum ein. Eine zentrale Frage unserer Untersuchungen wird folglich lauten: Wie sehen die Moderne und deren Kanon aus, wenn wir sie vom Standpunkt des Temporären bzw. Vorrübergehenden aus betrachten, das zu einem dauerhaften Zustand geworden ist?

Saba Innab wurde 1980 in Kuwait geboren und ist derzeit als Architektin, Stadtforscherin und Künstlerin in Amman und Beirut tätig. Sie hat einen Bachelor of Architecture Engineering von der Jordan University of Science and Technology. Innab hat als Architektin für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) beim Wiederaufbau des palästinensischen Flüchtlingslagers Nahr el-Bared im Norden des Libanon mitgearbeitet, das 2013 für den Aga-Khan-Preis für Architektur nominiert wurde. Im Jahr 2014 erhielt sie das vom Studio X Amman (Columbia University Graduate School of Architecture, Planning and Preservation, GSAPP) vergebene Gaststipendium. In ihren Arbeiten untersucht sie anhand von Malerei, Kartierung, Skulptur, Modellbau und Design die Schwebezustände zwischen Flüchtigkeit und Dauerhaftigkeit und beschäftigt sich mit verschiedenen Vorstellungen von Wohnen und Bauen und deren politischen, räumlichen und poetischen Implikationen in Sprache und Architektur.

 

Adresse und Öffnungszeiten
ifa-Galerie Berlin
Linienstraße 139/140
10115 Berlin
Tel. +49 30 284491 40

Dienstag – Sonntag: 14.00 – 18.00 Uhr
Montag und an Feiertagen geschlossen

 

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