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    Im Freigelände des Botanischen Gartens wird ein Schautisch eingerichtet, um Besuchern die Varianten von Dachbegrünungen zu präsentieren.

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    Die bislang oft praktizierte Begrünung mit Fetthennen ("Sedum-Dach") ist artenarm und wenig attraktiv, sowohl für Insekten als auch für das Auge.

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    Mit Hilfe von Strukturen und geeigneten Pflanzenarten lässt sich die ökologische Wertigkeit verbessern.

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    Der direkte Vergleich der Varianten ist optisch eindrucksvoll.

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    Im April 2021 wurde auch ein Dach der KfW IPEX-Bank durch eine neue Begrünung aufgewertet.

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    Strukturelle Vielfalt durch unterschiedliche Materialien unterstützt die Entstehung von Mikro Klimata.

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    Totholz, kleine Steinhaufen sowie ein Bienenhotel bieten attraktive Lebensorte für unterschiedliche Insekten.

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Lebendige Dächer – artenreich und vielfältig

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Dachbegrünungen bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und schaffen ökologisch wertvolle Biotope im urbanen Raum. Das Potenzial für den Natur- und Artenschutz ist jedoch noch nicht ausgeschöpft. Viele der derzeit vorhandenen Dachbegrünungen werden bisher nicht zur Förderung der Artenvielfalt angelegt. Stattdessen werden sie artenarm und mit Zuchtsorten bepflanzt. Dies führt zu einer geringen ökologischen Wertigkeit.

Ziel des Projektes ist es, Dachflächen im Rhein-Main-Gebiet zwischen 2019 und 2024 für die heimische Biodiversität besser zu nutzen. Es soll eine höhere Artenvielfalt durch Strukturvielfalt erreicht werden. Das Rhein-Main-Gebiet mit der Stadt Frankfurt a. M. und Umlandgemeinden weist bereits zahlreiche Dachbegrünungen auf. Die Region ist eine bedeutende Wachstumsregion, in der alle Potenziale zur Förderung und Erhaltung der Biodiversität ausgeschöpft werden sollten.

Durch modellhafte Aufwertungsmaßnahmen, der Suche nach geeigneten Wildpflanzen und der Erprobung von gebietseigenen Wildpflanzen soll die urbane Biodiversität auf Dachflächen in dieser Region gesteigert werden. Es besteht die Möglichkeit, artenreich und vielfältig gestaltete Dachflächen im Rahmen der Ausgleichsregelung zur Kompensation von Bebauungsmaßnahmen zu nutzen und so zur Minderung städtischer Aufheizung im Sommer beizutragen, Lärm zu reduzieren, die Luftqualität zu verbessern und auch Niederschlagswasser auf der Fläche zurückhalten.

Für das Testen ökologischer Aufwertungen unter kontrollierten Bedingungen errichtete der Botanische Garten Versuchsanlagen, die die ästhetischen und ökologischen Vorteile einer hochwertigen Dachbegrünung veranschaulichen. Sie können im Botanischen Garten besichtigt werden. Das Projekt entwickelt sich auch außerhalb des Botanischen Gartens weiter. Gemeinsam mit mehr als 20 Kooperationspartner wurden bereits erste Dächer auf ihre Eignung untersucht und teilweise durch eine neue Bepflanzung aufgewertet. Diese Dächer werden zusätzlich als Versuchsstation genutzt, um unterschiedliche Varianten der ökologischen Aufwertung – verschiedene Saatgutmischungen, trockenresistente Stauden, Zwiebelpflanzen, bereichernde Strukturen und die Pflegepraxis – zu testen.

Zusätzlich wird die Thematik einer breiten Öffentlichkeit, Behördenmitarbeitern, Planern und Gewerbetreibenden zugänglich gemacht, um Eigentümer von Dachflächen zu motivieren, diese naturnah anzulegen oder aufzuwerten.